Orte der Vielfalt in Berlin-Marzahn

2009 wurde Marzahn als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet. Aber wo ist diese Vielfalt? Wir möchten hier ein paar Orte präsentieren, an denen Widerstandskämpfer*innen geehrt werden, an denen Opfern von Diskriminierung und Hass gedacht wird oder an denen heute demokratische Arbeit geleistet wird.

In 2009 Marzahn was named “Ort der Vielfalt” (Place of Diversity). But where is this diversity? We would like to present a few places where resistance fighters are honoured, where victims of discrimination and hatred are remembered or where great democratic work is being done today.


Otto Rosenberg

Otto Rosenberg (* 28. April 1927; † 4. Juli 2001) war Mitbegründer und Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg. Er wurde 1936 in das Zwangslager Berlin-Marzahn eingewiesen.

Der “Zigeunerrastplatz Marzahn” war ein Zwangslager für Berliner Sinti und Roma von 1936 bis 1945 in der Otto-Rosenberg-Straße 1. Das Lager war mit 800 Personen (Männer, Frauen) belegt. An dem Ort steht heute eine Gedenkstätte mit Informationstafeln.

Otto Rosenberg (born April 28, 1927; † July 4, 2001) was co-founder and chairman of the regional association of German Sinti and Roma Berlin-Brandenburg. In 1936 he was sent to the Berlin-Marzahn forced camp.

The “Zigeunerrastplatz Marzahn” was a forced camp for Berlin Sinti and Roma from 1936 to 1945 in Otto-Rosenberg-Straße 1. The camp was staffed with 800 people (men, women). Today there is a memorial with information boards.


Altes Rathaus Marzahn

Das ehemalige Rathaus in Marzahn steht auf dem Helene-Weigel-Platz. Es ist eines der Dienstgebäude der Bezirksverwaltung. Das Rathaus wurde 1989 eröffnet, 2001 wurde es zum Dienstgebäude. Im Rathaus sind oft Ausstellungen zu Besuch. Das Foyer und Treppenhaus, mit seinen vielen Pflanzen, ist einen Blick ins Rathaus wert.

Am 20. Januar 1989 bezieht die Stadtbezirksverwaltung Marzahn ihr neues Domizil im Rathaus am Helene-Weigel-Platz.

Das Rathaus Marzahn wurde von Wolf-Rüdiger Eisentraut und Karla Bock entworfen und zu DDR-Zeiten gebaut. Als aus Marzahn Marzahn-Hellersdorf wurde, zog die Bezirksverwaltung nach Helle Mitte im Stadtteil Hellersdorf. Seitdem wird das Rathaus als Verwaltungsgebäude genutzt. Das Rathaus ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Besucher*innen können dort oft Ausstellungen besuchen.

An dem Gebäude hängt die Plakette für den Ort der Vielfalt Marzahn.

Neben dem Rathausgebäude steht ein Wegweiser mit den Städtepartnerschaften von Marzahn. Die Partnerstädte von Marzahn-Hellersdorf sind Lauingen (Deutschland), Tychy (Polen), Halton (Großbritannien), Minsk Bezirk “Oktober” (Weißrußland), Budapest XV. Bezirk (Ungarn) und Bezirk Hoang Mai, Hanoi (Vietnam).

Vor dem Rathaus ist der Brunnen der Generationen. Um den Brunnen sind fünf verschiedene Bronzefiguren: Mutter, Vater, Kind, ein Motorradfahrer und ein nachdenklicher alter Mann. Das Motorrad steht seit einer Sanierung der ganzen Anlage, auf Wunsch des Schöpfers Rolf Biebl andersherum.

An der Fassade des Rathauses ist das Wappen von Marzahn zu sehen. Das Wappen des früheren Bezirks Marzahn wurde vom Grafiker Dietrich Dorfstecher entworfen. Das M steht für Marzahn. Oben sind Ähren, die landwirtschaftliche Traditionen symbolisieren. Es sind fünf Ähren, da Marzahn bei Gründung aus den fünf Ortsteilen Marzahn, Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf bestand. Das Zahnrad unten steht für die beginnende Industrialisierung im Bezirk.

The former town hall in Marzahn is located on Helene-Weigel-Platz. It is one of the service buildings of the district administration. The town hall was opened in 1989, and in 2001 it became an office building. There are regular exhibitions in the town hall. The plaque for the Place of Diversity Marzahn hangs on the building. The foyer and staircase, with its many plants, is worth a look into the town hall.

On January 20, 1989, the Marzahn district administration moved into its new domicile in the town hall on Helene-Weigel-Platz.

The Marzahn town hall was designed by Wolf-Rüdiger Eisentraut and Karla Bock and built in GDR times. When Marzahn became Marzahn-Hellersdorf, the district administration moved to Helle Mitte in the Hellersdorf district. Since then the town hall has been used as an administration building. The town hall is open to the public. Visitors can often visit exhibitions there.

Next to the town hall building stands a signpost with the town twinning of Marzahn. The twin cities of Marzahn-Hellersdorf are Lauingen (Germany), Tychy (Poland), Halton (Great Britain), Minsk District “October” (Belarus), Budapest XV. District (Hungary) and District of Hoang Mai, Hanoi (Vietnam).

In front of the town hall is the “Brunnen der Generationen” (fountain of generations). There are five different bronze figures around the fountain: mother, father, child, a motorcyclist and a thoughtful old man. The motorcycle has been standing since a renovation of the whole system, at the request of the creator Rolf Biebl, the other way around.

Marzahn’s coat of arms can be seen on the facade of the town hall. The coat of arms of the former Marzahn district was designed by the graphic artist Dietrich Dorfstecher. The M stands for Marzahn. At the top are ears of wheat that symbolize agricultural traditions. There are five ears of corn, as Marzahn consisted of the five districts of Marzahn, Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf and Mahlsdorf when it was founded. The cog wheel below represents the beginning of industrialization in the district.


Parkfriedhof Marzahn

Anschrift: Parkfriedhof Marzahn, Wiesenburger Weg 10, 12681 Berlin–Marzahn, Telefon: (030) 932 929 5

Der Parkfriedhof in Marzahn wurde ursprünglich als Armenfriedhof eröffnet. Heute gibt es hier auch Ehrengräber und Gedenksteine.

The park cemetery in Marzahn was originally opened as a cemetery for poor people. Today there are also graves of honour and memorial stones.

Sowjetischer Ehrenfriedhof / Soviet cemetery of honor

In der Nähe des Ausgangs Mehrower Alle ist der sowjetische Ehrenfriedhof auf dem Parkfriedhof Marzahn zu finden. Im Zentrum befindet sich eine Urne mit der Asche von 125 beim Kampf um Berlin gefallenen sowjetischen Soldaten.

In the vicinity of the Mehrower Alle exit, the Soviet cemetery of honor can be found in the Parkfriedhof Marzahn. In the center is an urn containing the ashes of 125 Soviet soldiers who died in the battle for Berlin.

Denkmal für die Opfer der Zwangsarbeit 1939–1945 / Memorial to the victims of forced labor 1939–1945

Auf einer hohen Säule hockt eine bronzene Figur in trauernder Haltung. Auf dem Denkmal steht „Zur Erinnerung an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie ihre Kinder aus vielen Ländern Europas 1939 bis 1945“. Auf dem Friedhof selbst sind viele Menschen die Zwangsarbeit leisten mussten beerdigt.

Am 7. November 1958 wurde der Sowjetische Ehrenhof eingeweiht. Bildhauer Erwin Kobbert und Gartenarchitekt Johannes Mielenz haben die Anlage entworfen.

A bronze figure crouches on a high column in a mourning posture. The memorial reads “In memory of the forced laborers and their children from many European countries from 1939 to 1945”. Many people who had to do forced labor are buried in the cemetery itself.

On November 7, 1958, the Soviet Court of Honor was inaugurated. Sculptor Erwin Kobbert and garden architect Johannes Mielenz designed the facility.

Gedenkstein für die Opfer des Zweiten Weltkriegs / Memorial stone for the victims of the Second World War


Clara-Zetkin-Park und Denkmal Clara Zetkin Park and Monument

Das Denkmal für Clara Zetkin steht in der Niemegker Straße in Marzahn Nord. Drumherum ist der gleichnamige Park. Ursprünglich stand in dem Park eine Büste, die in den 1990er Jahren gestohlen wurde. Die heutige Statue stand früher vor dem Lehrerbildungsinstitut in der Wustrower Straße (Hohenschönhausen). Jedes Jahr findet vor der Statue die Veranstaltung „Rosen für Clara“ am internationalen Frauentag statt.

The memorial for Clara Zetkin is on Niemegker Strasse in Marzahn North. All around is the park of the same name. Originally there was a bust in the park, which was stolen in the 1990s. Today’s statue used to stand in front of the teacher training institute on Wustrower Strasse (Hohenschönhausen). Every year the “Roses for Clara” event takes place in front of the statue on International Women’s Day.

Clara Zetkin

Clara Zetkin war Frauenrechtlerin. Sie gilt als eine der Gründerinnen des internationalen Frauentags. Sie war Mitglied der SPD und Mitstreiterin von Rosa Luxemburg. Sie kämpfte für Frauenwahlrecht, freie Berufswahl und Arbeitsschutz für Frauen. Sie gründet mit Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und anderen 1917 die USPD. 1920 tritt sie der KPD bei und wird Mitglied des Reichstags.

Clara Zetkin was a women’s rights activist. She is considered one of the founders of International Women’s Day. She was a member of the SPD and a supporter of Rosa Luxemburg. She fought for women’s suffrage, free choice of occupation and occupational health and safety for women. In 1917 she founded the USPD with Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht and others. In 1920 she joined the KPD and became a member of the Reichstag.


Poelchaustraße

Die Poelchaustraße befindet sich im Süden Marzahns und erinnert an Dorothee und Harald Poelchau. Die beiden halfen während der Nazi-Zeit Angehörigen von Gefangenen, Juden und Verfolgten. Sie vermittelten Verstecke, gefälschte Ausweise und Bescheinigungen die überlebenswichtig waren. Am 31. Januar 1992 wurde die Straße in Marzahn zur Poelchaustraße umbenannt. Für die beiden steht, seit dem 18. September 2017, vor dem Kaufland in der Poelchaustraße eine Gedenktafel. In einigen Quellen wird leider nur Harald Poelchau gedacht.

Poelchaustraße is in the south of Marzahn and is reminiscent of Dorothee and Harald Poelchau. The two helped relatives of prisoners, Jews and the persecuted during the Nazi era. They arranged hiding places, forged identity cards and certificates that were essential for survival. On January 31, 1992, the street in Marzahn was renamed Poelchaustraße. Since September 18, 2017, there has been a memorial plaque for the two of them in front of the Kaufland in Poelchaustraße. Unfortunately, some sources only think of Harald Poelchau.


Kunst im öffentlichen Raum
Art in public space

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf hat einen hohen Bestand an Kunstwerken im öffentlichen Raum.

The Marzahn-Hellersdorf district has a large number of works of art in public spaces.

Marzahner Geister
Marzahn ghosts

Die Skulpturen „Marzahner Geister“ sind ein Projekt, von Christine Gersch und Schüler*innen einer Grundschule, in Marzahn-Nord.

The sculptures “Marzahner Geister” are a project by Christine Gersch and students from a primary school in Marzahn-Nord.

Berlin Mural Fest

Im Rahmen des Berlin Mural Fest entstanden 2019 mehrere große Kunstwerke in Marzahn.

As part of the Berlin Mural Fest, several large works of art were created in Marzahn in 2019.

1UP Märkische Allee 160

Akut Märkische Allee 164 & Adry del Rocio Märkische Allee 158

„Zuhause ist dort, wo das Herz ist.“ Dieses Kunstwerk widmete die Mexikanische Künstlerin Adry del Ricio allen Menschen, die ihren Herkunftsort verlassen mussten.


Arno Philippsthal

Arno Philippsthal (* 13. September 1887 in Güsten; † 3. April 1933 in Berlin) war ein deutsch-jüdischer Arzt. Von 1914 bis 1918 war Arno Philippsthal Militärarzt im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg zog er nach Berlin Biesdorf in der heutigen Oberfeldstraße 10. Sein soziales Engagement zeigte sich auch darin, dass er seine Honorarforderungen den finanziellen Möglichkeiten seiner Patienten anpasste. Er war eines der ersten Opfer des Nationalsozialismus in Berlin. 1952 wurde an dem Haus in der Oberfeldstraße 10, in dem er früher gewohnt hat, eine Gedenktafel angebracht. 2002 wurde eine Straße in Biesdorf nach ihm benannt.

Arno Philippsthal (born September 13, 1887 in Güsten; † April 3, 1933 in Berlin) was a German-Jewish doctor. From 1914 to 1918 Arno Philippsthal was a military doctor in the First World War. After the war he moved to Berlin Biesdorf in what is now Oberfeldstrasse 10. His social commitment was also reflected in the fact that he adjusted his fee claims to the financial possibilities of his patients. He was one of the first victims of National Socialism in Berlin. In 1952 a memorial plaque was attached to the house at Oberfeldstrasse 10 where he used to live. In 2002 a street in Biesdorf was named after him.


Gedenkstein Euthanasie – Brebacher Weg

Seit 1998 gibt es am Brebacher Weg 15 einen Gedenkstein für die Opfer des NS-Euthanasie-Programms. In dem Krankenhaus im Brebacher Weg wurden ab 1941 Menschen ermordet.

Since 1998 there has been a memorial stone at Brebacher Weg 15 for the victims of the Nazi euthanasia program. From 1941, people were murdered in the hospital in Brebacher Weg.


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Weitere Seiten mit geschichtlichen Infos zum Bezirk

1000x Berlin. Das Online-Portal zur Stadtgeschichte
Fakten über den Bezirk Marzahn-Hellersdorf – Beirksamt Marzahn-Hellersdorf


Förderung

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This project is funded by the Aktionsfonds Partnerschaft für Demokratie Marzahn as part of the federal program „Demokratie leben!“ by the BMFSFJ. The publications do not represent an expression of opinion by the BMFSFJ or the BAFzA. The authors are responsible for content-related statements.

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